indem sie ständig um sich kreist. Alles wiederholt sich in stehenden Bildern, mit gelb-rot Stichen, wie alte Farbfotos. Das Altbekannte materialisiert sich, verdichtet sich zu ontischer Substanz, rückt immer näher und nimmt mir die Luft zum Atmen. Es schluckt alles, was neu ist, alles, was ungewohnt ist, und modifiziert es in Gewohnheit. Die deja-vus töten jede Originalität und die Zeiträume werden immer kürzer, in denen man sich aufgrund von Umfeldänderungen neu fühlen kann. Ist das ganze Leben nur Flucht vor der Gewohnheit?
teildesganzen - 16. Mai, 18:14
Philosophie ist wie ein Haus, wie ein Block, mit mehreren Stockwerken, und es ist mein Block. Wenn die Pisser von der Wirtschaft oder der Physik blöd kommen, zucken wir mit den Schultern und sagen, expliziert mal die Bedingungen für eure Behauptung, und dann können sie wieder gehen. Mein Block, hier kenn ich mich aus und hier hab ich alles, was ich brauch. Es gibt keinen Hausmeister, aber es die graue-Eminenz-Etage, die oberste, Ontologie. Glaubt keiner, alle denken, es ist die vorletzte, Ethik, stimmt aber nicht. Es gibt Drogen auf jeder Etage, dann ist alles so einfach und schön, aber zu einfach, trügerisch. Es gibt die Nutten-Etage, das sind die Möchtergern-Philosophen, die irgendwelche unfertigen Behauptungen zu Büchern verarbeiten und unter schlagkräftigen Titeln verkaufen. In einigen Wohnungen hängen Tote und das ist traurig, weil man sie nie gekannt hat, und weil sie daran kaputtgegangen sind. Wie viele gute Gedanken sind nie veröffentlicht worden? Ich häng auf meiner Etage rum, dem Bewußtseins-Philo-Stockwerk, knapp unter dem Epistemologie-Stockwerk. Nett hier, weil total chaotisch.
teildesganzen - 13. Mai, 11:20
ich bin seit einer Woche von Schuldgefühlen zerfressen, weil ich Muttertag nicht nach hause fahren werde, fahre, gefahren bin. Meine Begründung: zu viel Arbeit, meine Mutter sehr verständnisvoll, was die Sache nicht besser macht. Man glaubt immer einen traurigen Unterton herauszuhören, wenn Mütter sagen: Mach dir keinen Stress. Ich hätte mich zwar gefreut, aber wenn es nicht geht, ... . Meine Strafe: versuche doch mal einer, Sonntag abend einen Tisch beim Griechen zu bekommen, wenn Muttertag ist. Das Grinsen der Kellner sagt alles, wenn man auf die Frage, ob man reserviert hat, vorsichtig den Kopf schüttelt. Aus dem ersten Restaurant sind wir sofort freundlich entlassen worden, im zweiten fand man noch einen winzigen Zweiertisch an der Wand. Ab diesem Moment waren wir dem Muttertagswahn ausgesetzt, wir, eine unverheiratete, kinderlose, eheähnliche Gemeinschaft, inmitten von Musterfamilien – nette Kinder, motivierte Mütter und sprechende Väter. Kaum zu glauben, aber manche Väter fangen an zu socialisen, wenn sie in Restaurants sitzen, zumindest, bis das Essen auf dem Tisch steht, danach beschränkt es sich meist auf kannichnochnkölschhabenchef. Die Vermutung kommt auf, daß sich der Muttertagsmassenwahn auf griechische Restaurants konzentriert, weil ja die Väter die Restaurants aussuchen – Überraschung, Mutti – und kein Vater geht freiwillig zum Chinesen. Vielleicht wäre das gestern die bessere Wahl gewesen, aber wie gesagt, Strafe muß sein und damit sind meine Schuldgefühle jetzt auch abgebüßt und nächstes Jahr fahre ich bestimmt, ... .
teildesganzen - 10. Mai, 12:21
wird jetzt wieder im Manga-Format aufgelegt, was mich echt freut. Subaru und Seichiro sind ein interessantes Pärchen und meine absoluten Favouriten bei X1999. Vielleicht mag ich Seichiro ein wenig lieber als Subaru, aber Killer sind immer etwas cooler und Seichiro ist wirklich ziemlich skrupellos. Was kann man auch anderes von jemandem erwarten, der seine Mutter töten muß, um sie als Oberhaut der Sakurazuka abzulösen. Subaru ist in
tokyo babylon noch ein 16-jähriger, ihm ist noch nicht alles scheißegal, wie später in X und er ist noch ziemlich unschuldig. Hokuto lebt noch und ist wahrscheinlich der Prototyp eines japanischen Mädchens, trendorientiert, nervig, egoistisch und irgendwie nett. Wahrscheinlich bin ich echt schon zu alt für Mangas. Aber scheißegal, es macht so viel Spass.
teildesganzen - 30. Apr, 10:14
Ich habe viel zu wenig Zeit und muß mich auf zwei verschiedene Sachen vorbereiten, und die eine Sache muß gut werden. Verdammt. Sie muß gut werden. Es ist ein expose für eine Arbeit und aufgrund dieses exposes will ich im Mai diese Arbeit schreiben, ich habe extra Urlaub dafür. Vier Wochen Urlaub, ich habe noch nie so lange Urlaub gehabt, nach dem Abi jedenfalls, und diesen Urlaub will ich meiner Lieblingsbeschäftigung widmen, Arbeiten schreiben. Meine ich das jetzt ernst? Argh, und dann auch noch dieses Seminar, für das ich vollkommen unterqualifiziert bin, aber es ist eine echte Chance, und ich bin verdammt froh, daß ich teilnehmen kann. Aber es macht mich auch verdammt nervös. Und es macht mir verdammt viel Arbeit, weil ich mich darauf vorbereiten muß, damit ich nicht ganz so blöd darstehe. Tatsache ist, daß mein Urlaub erst dann anfängt, wenn ich das expose abgeben muß, und so langsam will ich nur noch schlafen. Das einzige, was mich morgens aufstehen läßt und mich immer wieder wachrüttelt, wenn ich dumpf vor mich hindöse, ist die Nervösität, die mich anspringt, wenn ich an das Seminar denke. Guter Mechanismus. Teufel, es ergibt alles einen Sinn.
teildesganzen - 29. Apr, 14:30